Ein abwertender Kommentar, ein kritischer Blick oder eine Zurückweisung können das eigene Selbstbild ins Wanken bringen. Doch warum treffen uns solche Situationen oft so tief? Und wann werden seelische Verletzungen zu einer ernsthaften Belastung für die psychische Gesundheit?
Diesen Fragen widmet sich der öffentliche Vortrag „Selbstwert unter Druck - Die Psychologie der Kränkung“ am Montag, 20. April, um 18 Uhr im Festsaal des ZfP Klinikum Schloß Winnenden.
Kränkungen berühren grundlegende psychologische Bedürfnisse wie Anerkennung, Zugehörigkeit und Selbstwert. Psychologisch betrachtet sind sie zunächst normale emotionale Reaktionen auf soziale Zurückweisung oder Entwertung. Wie stark sie wirken und wie lange sie nachhallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab - etwa von biografischen Erfahrungen, individuellen Bewältigungsstrategien und der aktuellen Lebenssituation.
In der psychiatrischen Praxis zeigt sich, dass anhaltende oder wiederholte seelische Verletzungen, insbesondere im Zusammenspiel mit weiteren Belastungsfaktoren, das Risiko für psychische Erkrankungen erhöhen können. Depressionen, Angststörungen oder psychosomatische Beschwerden entstehen in der Regel multifaktoriell. Neben genetischer Vulnerabilität und neurobiologischen Prozessen können auch unverarbeitete Kränkungs- und Stresserfahrungen eine Rolle spielen.
Der Vortrag erläutert verständlich die psychologischen und neurobiologischen Hintergründe von Kränkungserfahrungen und zeigt Wege zu einem konstruktiven Umgang auf. Im Mittelpunkt steht die Stärkung von Resilienz, Selbstwert und emotionaler Verarbeitung.
Referent ist Andreas Raether, Chefarzt und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie im ZfP.
Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr, Einlass ist ab 17.30 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Veranstaltungsort ist der ZfP-Festsaal, Schloßstraße 50, 71364 Winnenden.

