Individuelle Behandlungsangebote in multiprofessionellen Teams

Schon seit vielen Jahren leistet unser Klinikum einen wichtigen Beitrag zur gemeindenahen Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgungsstrukturen. An unseren drei Standorten ergänzen sich heute vollstationäre, teilstationäre und ambulante Behandlungseinheiten zu einem umfassenden Versorgungsangebot für Erwachsene aus einem ausgedehnten Einzugsgebiet. Somit hat sich die Psychiatrie in jeder Hinsicht auf die Menschen zubewegt. Gleichzeitig haben wir den Anspruch, individuelle Patientenbedarfe noch präziser zu identifizieren und diesen mit passgenauen Angeboten gerecht zu werden.

So ambulant und gemeindenah wie möglich sind die Grundsätze, an denen sich die Behandlung orientiert. Wo unsere Patient*innen eine intensivere Behandlung benötigen bieten stationäre und teilstationäre (tagesklinische) Einheiten die erforderliche Hilfe. Ab Sommer 2022 erweitert das Klinikum Schloß Winnenden die stationäre, teilstationäre und ambulante Behandlungsmöglichkeiten um die „Stationsäquivalente Behandlung „StäB“.

Ein Überblick über unsere Versorgungsformen:

Eine stationäre Behandlung psychisch kranker Menschen ist nur bei schweren Krankheitszuständen oder akuten Krisen notwendig. Sie nimmt in der Regel einen kleinen Teil der Gesamtbehandlungsdauer in Anspruch.

Viele Patient*innen können ambulant bei ihren Hausärzt*innen oder niedergelassenen Fachärzt*innen für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik oder Nervenheilkunde sowie, bezüglich notwendiger Psychotherapie, bei niedergelassenen Psychotherapeut*innen behandelt werden.

Auch wir bieten eine Behandlung in Psychiatrischen Institutsambulanzen an. Hier werden Menschen behandelt, die aufgrund von Art, Schwere oder Dauer ihrer Erkrankung bei den niedergelassenen Fachärzt*innen nicht ausreichend versorgt werden können. Zum einen, weil sie eine hohe Behandlungsintensität benötigen, zum anderen, weil sie das multiprofessionelle Team einer Psychiatrischen Institutsambulanz aus Mitarbeitenden der Pflege, des Sozialdienstes, des psychologischen Dienstes oder der Kreativtherapien benötigen.

An unseren Standorten werden mittlerweile spezialisierte Institutsambulanzen für Allgemeinpsychiatrie, Alterspsychiatrie und Suchtpsychiatrie betrieben.

Für Menschen, die eine höhere Behandlungsintensität als in ambulanten Einheiten benötigen, wird in unseren Tageskliniken eine intensive ganztägige spezialisierte Behandlung angeboten, die in der Intensität den Behandlungsangeboten eines stationären Aufenthaltes entspricht. Die Tagesklinikpatient*innen gehen jedoch abends nach Hause und verbringen auch das Wochenende – im Sinne einer Belastungserprobung – im häuslichen Umfeld.

Durch Tageskliniken kann die Rückkehr in das soziale Umfeld erleichtert und die Reintegration nach einer stationären Behandlung verbessert werden. Außerdem wird durch eine tagesklinische Behandlung nicht selten ein stationärer Aufenthalt vermieden. Mittlerweile sind viele Tageskliniken spezialisiert.

Die stationäre Versorgungsform ist in schweren oder akuten Krisen ein unverzichtbarer Bestandteil der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung. 

Die vollstationäre Behandlung richtet sich an Menschen, die durch eine ambulante oder teilstationäre Behandlung nicht ausreichend behandelt werden können. Sie erfolgt krankheitsspezifisch und wohnortnah auf offenen Stationen in Winnenden, Schwäbisch Gmünd und Ellwangen. Menschen, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung einer intensiven Betreuung bedürfen, werden am Standort Winnenden auf spezialisierten Stationen in einem beschützten Setting behandelt.

Mit der „Stationsäquivalenten Behandlung“ (StäB) bewegt sich die Psychiatrie noch mehr auf Menschen zu. Ab Sommer startet StäB im Klinikum Schloß Winnenden mit fünf Plätzen für die Klinik für Alterspsychiatrie im Rems-Murr-Kreis und fünf Plätzen für die Klinik für Allgemeinpsychiatrie im Ostalbkreis.

Diese neue Versorgungsform vor Ort im Lebensumfeld der Patient*innen (zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung) stellt eine Behandlungsalternative dar und kommt - unter bestimmten Voraussetzungen - psychisch schwerkranken Menschen zugute, die ansonsten stationär im Krankenhaus aufgenommen werden müssten.

StäB ist definiert als eine der vollstationären Behandlung gleichwertige Behandlungsform und entspricht somit in Inhalt, Flexibilität und Komplexität einer vollstationären Behandlung. Vorteile sind insbesondere der Verbleib der Patient*innen im gewohnten Lebensumfeld und die stärkere individuelle Ausrichtung der Behandlung auf den persönlichen Lebenskontext der Patient*innen sowie die Einbeziehung der im Haushalt lebenden sowie betreuenden Personen. Dadurch können Trialog und Empowerment gefördert werden. Zudem können Zwangsmaßnahmen reduziert, Hospitalisierungen vermieden und Möglichkeiten der Weiterbehandlung im Rahmen des vollstationären Entlassmanagements geschaffen werden. Die StäB-Teams sind multiprofessionell aufgestellt und bestehen aus Ärzt*innen, Psycholog*innen, Pflegenden, Sozialdienstmitarbeiter*innen und Fachtherapeut*innen.

Information für Patient*innen zum Entlassmanagement nach § 39 Abs. 1a SGB V

Manchmal ist auch nach dem Abschluss der Behandlung noch weitere Unterstützung erforderlich. Wir sind für unsere Patient*innen im Rahmen des Entlassmanagements da, wenn sie dem zustimmen.

Zu Beginn der Behandlung werden Patient*innen genau über das gesetzliche Entlassmanagement informiert und ihr schriftliches Einverständnis dazu eingeholt. Bei der Entlassung erhalten sie alle notwendigen Unterlagen sowie bei Bedarf eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder notwendige Medikamente.

Bei Fragen zum Entlassmanagement ist der jeweilige Kontakt auf dem Entlassbrief angegeben.
 

Medizin
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Die psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung wird auf allen Intensitätsstufen und in unterschiedlichen Spezialisierungsgraden angeboten. Jeder Patient bekommt ein individuell auf seine Bedürfnisse abgestimmtes Behandlungsangebot. 

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Psychiatrische Pflege
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Im Zentrum der psychiatrischen Pflege steht der Beziehungsprozess als zentrales pflegerisches Element in der Betreuung der Patient*innen. Wir folgen dabei dem Paradigmenwechsel zu mehr Teilhabe und Begegnung auf Augenhöhe.

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Fachtherapien
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Die Behandlungen unseres Hauses greifen auf vielfältige Therapieformen zurück und ermöglichen so eine optimale Versorgung. Die Angebote der Fachtherapien leisten hierbei einen wichtigen Bestandteil, um die ganzheitliche Förderung der Patienten*innen zu ermöglichen.

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