ZfP Winnenden entwickelt psychiatrische Versorgung in Schwäbisch Gmünd weiter

Ausbau ambulanter sowie tagesklinischer Behandlung und neues alterspsychiatrisches Angebot ab April 2026

Das Zentrum für Psychiatrie (ZfP) Winnenden - Klinikum Schloß Winnenden richtet sein Versorgungsangebot in Schwäbisch Gmünd neu aus. Ziel der Neuausrichtung ist es, psychiatrische Behandlung stärker ambulant, teilstationär und aufsuchend anzubieten. Sie soll künftig stärker im Alltag der Patientinnen und Patienten stattfinden, sodass vollstationäre Aufenthalte für Betroffene vermieden werden können.

Am Standort Schwäbisch Gmünd im Haus der Gesundheit wurden daher die ambulanten und tagesklinischen Angebote erweitert. Die vollstationäre allgemeinpsychiatrische Versorgung wird zum 16. März eingestellt.

Im Mittelpunkt der Weiterentwicklung stehen drei Versorgungsformen: die ambulante Versorgung über die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA), die tagesklinische Behandlung, sowie die stationsäquivalente Behandlung (StäB).

Das Angebot in den Psychiatrischen Institutsambulanzen der Allgemeinpsychiatrie und Suchttherapie im Haus der Gesundheit richtet sich an Menschen mit schweren oder chronischen psychischen Erkrankungen, die eine intensivere Behandlung benötigen als im niedergelassenen Versorgungssystem möglich ist.

Die Tagesklinik ermöglicht eine intensive Therapie tagsüber, während Patientinnen und Patienten abends und am Wochenende in ihrem gewohnten Umfeld bleiben. Im Haus der Gesundheit stehen seit März insgesamt 50 allgemeinpsychiatrische sowie zwölf suchttherapeutische Behandlungsplätze zur Verfügung.

Ergänzend wurde die stationsäquivalente Behandlung (StäB) weiter ausgebaut. Bei dieser Versorgungsform erhalten Patientinnen und Patienten täglich eine aufsuchende psychiatrische Behandlung durch ein multiprofessionelles Team direkt in ihrem häuslichen Umfeld. Diese Behandlungsform ersetzt eine vollstationäre Behandlung. In Schwäbisch Gmünd wurden die Plätze von fünf auf zehn aufgestockt.

„Viele Menschen profitieren von niedrigschwelligen ambulanten und tagesklinischen Angeboten, die eine Behandlung ermöglichen, ohne dass sie vollständig aus ihrem gewohnten Lebensumfeld herausgenommen werden“, erklärt Dr. Marianne Klein, Ärztliche Direktorin des ZfP Winnenden. „Vollstationäre Behandlung bleibt für schwere Krankheitsverläufe selbstverständlich weiterhin durch das ZfP Winnenden verfügbar - wird aber gezielter eingesetzt und durch mehr ambulante, tagesklinische und aufsuchende Hilfen ergänzt.“

Vollstationäre Versorgung künftig in Ellwangen und Winnenden

Die vollstationäre psychiatrische Behandlung für Patientinnen und Patienten aus dem Raum Schwäbisch Gmünd wird künftig an den Standorten Ellwangen an der St. Anna-Virngrund-Klinik sowie am Hauptstandort in Winnenden sichergestellt.

Die psychiatrische Notfallversorgung bleibt weiterhin gewährleistet. Behandlungs- und Notfallanfragen können rund um die Uhr über die zentrale Telefonnummer 07195 900-0 gestellt werden.

Neue Angebote in der Alterspsychiatrie und Suchttherapie

Darüber hinaus erweitert das ZfP Winnenden sein Angebot im Bereich der Alterspsychiatrie für Menschen ab 65 Jahren. Zum 1. April 2026 startet im Haus der Gesundheit eine alterspsychiatrische Tagesklinik mit 16 Plätzen. Ergänzend wird eine Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) für diese Patientengruppe eingerichtet. Aktuell erfolgt die alterspsychiatrische Versorgung noch ausschließlich über den Standort in Winnenden.

Zusätzlich bereitet das ZfP die Inbetriebnahme einer Substitutionsambulanz im Haus der Gesundheit vor.

Die Neuausrichtung folgt der aktuellen Entwicklung in der psychiatrischen Versorgung, bei der patientenorientierte ambulante Behandlungsformen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig reagiert das ZfP damit auch auf strukturelle Herausforderungen im Gesundheitswesen.

„Unser Ziel ist ein flexibles, wirtschaftliches und gut vernetztes Versorgungssystem, das sich an den individuellen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten orientiert“, sagt Klein. „Mit der Weiterentwicklung stärken wir die psychiatrische Versorgung im Ostalbkreis langfristig und richten sie konsequent an modernen, patientenzentrierten Behandlungskonzepten aus.“

Informationsabend zur psychiatrischen Versorgung im September

Am 16. September lädt das ZfP Winnenden von 16 bis 19 Uhr zu einem Informationsabend in seine Bereiche im Haus der Gesundheit ein. Besucherinnen und Besucher können sich dabei in Fachvorträgen und bei Rundgängen über die neuen Angebote und Versorgungsstrukturen informieren.

Weitere Informationen zur Behandlung an den Standorten Schwäbisch Gmünd, Ellwangen und Winnenden gibt es auf der Unternehmenswebsite.


Behandlungsangebot am Standort Schwäbisch Gmünd im Haus der Gesundheit:

Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie
10 Plätze stationsäquivalente Behandlung (StäB)
50 tagesklinische Behandlungsplätze
Psychiatrische Institutsambulanz (PIA)

Klinik für Suchttherapie
12 tagesklinische Behandlungsplätze
Psychiatrische Institutsambulanz (PIA)
In Planung: Substitutionsambulanz

Klinik für Alterspsychiatrie und Psychotherapie
16 tagesklinische Behandlungsplätze
Psychiatrische Institutsambulanz (PIA)

Behandlungsangebot am Standort Ellwangen in der St. Anna-Virngrund-Klinik:

Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie
38 stationäre Betten
18 tagesklinische Behandlungsplätze
Psychiatrische Institutsambulanz (PIA)

Klinik für Suchttherapie (in der Innenstadt/Spitalstr. 2 in Ellwangen)
Suchtmedizinische Institutsambulanz
Substitutionsambulanz