Haus M offiziell eingeweiht

Moderne Behandlung unter einem Dach stärkt allgemeinpsychiatrische Versorgung am ZfP-Standort Winnenden.

„So eine heiße Einweihung hatte ich wirklich noch nie“, sagte Geschäftsführerin Anett Rose-Losert bei der Begrüßung der rund 70 geladenen Gäste. Trotz hochsommerlicher Temperaturen tat die Hitze der guten Stimmung keinen Abbruch: Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Gesundheitswesen, Sicherheitsbehörden, Architektur und Bauplanung sowie Mitarbeitenden des ZfP weihte das ZfP Klinikum Schloß Winnenden am 30. Juli nach zweijähriger Bauzeit den Neubau Haus M offiziell ein.

Das neue Gebäude mit einem Investitionsvolumen von rund 23 Millionen Euro vereint künftig zwei allgemeinpsychiatrische Akutaufnahmestationen nach dem Konzept der fakultativ geschlossenen Tür mit jeweils 24 Betten, eine Psychiatrische Institutsambulanz (PIA), eine Tagesklinik mit bis zu 30 Plätzen, zentrale Fachtherapiebereiche sowie einen gemeinsamen Empfangs- und Informationsbereich. Damit rücken ambulante, teilstationäre und stationäre Behandlungsangebote künftig noch enger zusammen.

„Haus M ist ein zukunftsweisendes Behandlungszentrum für die allgemeinpsychiatrische Versorgung in Winnenden. Der Neubau ersetzt nicht nur ein sanierungsbedürftiges Bestandsgebäude, sondern schafft moderne Versorgungsstrukturen mit kurzen Wegen und einer engen Verzahnung aller Behandlungsformen. Damit ist Haus M ein weiterer wichtiger Baustein für die langfristige Weiterentwicklung unseres Standorts. Gleichzeitig ist uns bei allen Baumaßnahmen der Erhalt des Schlossparks wichtig. Wenn ich heute durch den Schlosspark gehe, fügt sich Haus M so selbstverständlich in die Umgebung ein, als wäre es schon immer Teil des Schlossparks gewesen“, sagte Geschäftsführerin Anett Rose-Losert.

Bedeutung für die Region

Als Vertreterin des Rems-Murr-Kreises unterstrich Sozialdezernentin Stefanie Böhm die Bedeutung des Neubaus für die psychiatrische Versorgung in der Region. „Psychische Gesundheit gehört zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Das neue Gebäude mit seinem offenen Charakter, den hellen Räumen und seiner Lage im Schlosspark schafft beste Voraussetzungen für eine moderne Behandlung. Deshalb freuen wir uns als Landkreisverwaltung über dieses durchdachte und innovative Gebäude - zum Wohle der Patientinnen und Patienten ebenso wie der Mitarbeitenden des ZfP.“

Zugleich hob sie die enge Zusammenarbeit zwischen dem Rems-Murr-Kreis und dem ZfP hervor. Diese zeige sich nicht nur in der psychiatrischen Versorgung und im Gemeindepsychiatrischen Verbund, sondern auch in der gemeinsamen Verantwortung für die Ausbildung künftiger Pflegefachkräfte. „Gemeinsam mit den Rems-Murr-Kliniken ist das ZfP Gesellschafter des Bildungszentrums für Gesundheitsberufe Rems-Murr. Solche Kooperationen stärken die Gesundheitsversorgung in unserer Region nachhaltig“, sagte Sozialdezernentin Stefanie Böhm.

Auch Winnendens Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth betonte die Bedeutung des Neubaus für den Gesundheitsstandort Winnenden. „Die Einweihung von Haus M ist weit mehr als eine bauliche Erweiterung. Der Neubau steht für eine zeitgemäße psychiatrische Versorgung, für Fortschritt und vor allem für eine Haltung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Die neuen Räumlichkeiten schaffen gute Rahmenbedingungen für diese wichtige Aufgabe. Entscheidend bleibt aber das, was Sie täglich leisten: Ihre Kompetenz, Ihre Empathie und Ihr Engagement für die Menschen, die Ihnen anvertraut sind“, sagte Holzwarth.

Patientenzentrierte Versorgung trifft genesungsfördernde Architektur

„Psychiatrie bewegt sich heute zwischen notwendigem Schutz und größtmöglicher Selbstbestimmung. Mit den fakultativ geschlossenen Türen können wir Behandlung noch individueller gestalten und unseren Patientinnen und Patienten ein Höchstmaß an Freiheit ermöglichen, ohne dabei die Sicherheit aus dem Blick zu verlieren. Sicherheit entsteht aber nicht allein durch Türen, sondern vor allem durch therapeutische Beziehungen, Vertrauen und die hohe Kompetenz unserer Mitarbeitenden“, sagte Dr. Joachim Haas, Chefarzt der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie.

Die Architektur von Haus M knüpft an dieses Verständnis moderner psychiatrischer Versorgung an. „Architektur kann sicher keine Therapie ersetzen, aber sie kann den bestmöglichen Rahmen dafür schaffen. Gemeinsam mit der Bauherrschaft, den künftigen Nutzerinnen und Nutzern, der Polizei sowie weiteren Fachpartnern konnten wir zahlreiche funktionale Standards - etwa für den Krisenzimmerbereich – auf Grundlage aktueller Erkenntnisse der psychiatrischen Behandlung weiterentwickeln“, sagte Architekt Thomas Köhler von der HSP Hoppe Sommer Planungs GmbH.

Auch Nachhaltigkeit und Klimakomfort wurden von Beginn an konsequent mitgedacht. „Die Betonkerntemperierung sorgt zusammen mit intelligenter Gebäudesteuerung und moderner Lüftungstechnik dafür, dass Haus M selbst an heißen Tagen wie heute ein angenehm kühles Raumklima bietet“, sagte Thomas Köhler.

Die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise ab August. Bis Ende September 2026 sollen alle Bereiche ihren Betrieb aufgenommen haben.

„Mit der Fertigstellung des Gebäudes ist unsere planerische Aufgabe abgeschlossen. Die eigentliche Geschichte von Haus M beginnt jetzt“, sagte Architekt Thomas Köhler abschließend.