Einsatz von VR-Technologie in der Therapie verlängert

Virtuelle Realität bereichert psychosomatische Behandlungskonzepte am Standort Winnenden

Das ZfP Klinikum Schloß Winnenden verlängert die Pilotphase zum Einsatz von Virtual-Reality-Technologie (VR) in der psychosomatischen Behandlung um ein weiteres Jahr. Damit reagiert das ZfP auf die positiven Erfahrungen der bisherigen Anwendung und treibt die Weiterentwicklung innovativer Therapieansätze gezielt voran.

Die Integration von VR in die Psychotherapie eröffnet neue Möglichkeiten in der Behandlung verschiedener psychischer Erkrankungen. VR-Brillen kommen unter anderem im Rahmen der Expositionstherapie bei Angststörungen zum Einsatz. Auch bei der Behandlung von Zwangsstörungen oder Suchterkrankungen kann die Technologie unterstützend eingesetzt werden. Darüber hinaus bietet sie Potenziale im Bereich der Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen.

Erweiterte Behandlung von Angststörungen

Die Expositionstherapie, bei der Patientinnen und Patienten schrittweise und unter Begleitung mit angstauslösenden Reizen konfrontiert werden, ist ein bewährtes Verfahren in der Behandlung von Angststörungen. Während diese Konfrontation bislang vor allem in realen Situationen oder in der Vorstellung erfolgt, erweitert die VR-Technologie die Möglichkeiten um eine zusätzliche, kontrollierbare und zugleich realitätsnahe Variante.

Die Expositionsszenarien werden individuell gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten entwickelt. In der geschützten virtuellen Umgebung können angstauslösende Situationen gezielt erlebt und bewältigt werden.
„Unsere Patientinnen und Patienten schätzen die Möglichkeit, mithilfe der VR-Technologie realitätsnahe Szenarien zu durchleben. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sicherheit im Alltag“, erklärt Pflegedienstleiterin Marija Eckert-Bilic. „Anfangs werden sie dabei eng begleitet, doch mit zunehmender Erfahrung können sie nach einer sorgfältigen Einweisung auch eigenständig üben.“

Anwendung zur Stressreduktion und Entspannung

Neben der Expositionstherapie wird die VR-Technologie auch zur Stressreduktion eingesetzt. In speziell gestalteten virtuellen Umgebungen, die Ruhe und Gelassenheit vermitteln, können Patientinnen und Patienten beispielsweise Atemübungen durchführen oder Achtsamkeitstechniken erlernen und vertiefen.

Auch aus ärztlicher Sicht zeigt sich ein positives Zwischenfazit: „Diese innovative Methode eröffnet neue Wege in der Behandlung. Wenngleich wir uns weiterhin in einer Erprobungsphase befinden, zeichnet sich bereits ab, dass VR unsere bestehenden Therapieansätze sinnvoll ergänzt und erweitert“, so Chefarzt Dr. Patrick Wörner.

Mit der Verlängerung der Pilotphase schafft das ZfP die Grundlage, die Einsatzmöglichkeiten der VR-Technologie weiter zu evaluieren und gezielt in bestehende Behandlungskonzepte zu integrieren.