Seit 1970

Das Psychiatrische Landeskrankenhaus (PLK)

Nach der Inbetriebnahme neuer Krankengebäude und des Aufnahmetraktes wurde 1971 auch das medizinische Angebot um eine neurologische Fachabteilung erweitert.
Ab 1972 wurde die Dienstaufsicht für die Psychiatrische Versorgung des Landes vom Innenministerium in das Sozialministerium übertragen. Die Nachsorgeklinik Stuttgart Berg wurde im Folgejahr komplett an das im Jahr 1973 umbenannte Psychiatrische Landeskrankenhaus Winnenden angeschlossen.

Die Politik stelle die Psychiatrien vor eine neue Aufgabe: Aus den bisher vor allem verwahrenden Psychiatrien sollte eine gemeindenahe, therapeutisch und rehabilitative Versorgung gestaltet werden. Daher wurde 1975 der Hilfsverein für psychisch Kranke Winnenden e.V. gegründet. Dies zeigt, dass die Versorgung der psychisch Kranken nicht nur die Aufgabe der Fachkrankenhäuser ist, sondern auf eine breitere Basis gestellt wurde.

Die Veränderungen bedeuten aber auch mehr qualifiziertes Personal, wie dieser Vergleich zeigt:

6-Jahresvergleich

6-Jahresvergleich

Vergleich

1966

1971

1972

Zugänge

1380

2150

 

Labor Blutbilder

600

2700

 

Apotheke

150.000 DM

450.000 DM

 

Beschäftigungstherapie

1 Gruppe

4 Gruppen

 

Jugendl. Drogenabhängige

0

100

 

Personal:

 

 

 

Pflege

171

209

212

Ärzte

12 + 3 unbesetzt

18

21

Der Bund stellte Mitte der 70er Jahre 400 Millionen DM für die Verbesserung der psychiatrischen Versorgung und Förderung der ambulanten Versorgung bereit, nachdem eine Enquete-Kommission Mißstände angeprangert und die Gleichstellung von psychisch und körperlich Kranken empfohlen hatte. Allerdings dauerte es Jahre bis die geplanten Instandhaltungen und Baumaßnahmen durchgeführt waren.

 

Das Krankenhaus hatte weiterin mehr als 800 Betten belegt und war vor allem im Bereich der Alterspsychiatrie bis zu 40 % überbelegt. Durch die Baumaßnahmen konnten nicht alle Stationen genutzt werden, so dass 40 Patienten pro Station keine Seltenheit waren. Hinzu kam das Problem der zu geringen Personaldecke, von 91 beantragten Stellen im Jahre 1973 wurden nur 10 genehmigt.

 

1979 wurde eine neue Abteilung für Suchttherapie am Landeskrankenhaus Winnenden eröffnet.

Die anschließenden achtziger Jahre und neunziger Jahre waren geprägt von kontinuierlichen Sanierungs- und Umbauarbeiten am Schloss sowie technischen Modernisierungen in Infrastruktur und Gebäudetechnik.