Die Zeit ab 1900 bis 1930

Der 1. Weltkrieg und seine Folgen

Während einerseits die psychoanalytische Bewegung – im deutschsprachigen Raum vor allem durch Sigmund Freud und Carl Gustav Jung vertreten – aufblühte, verschlechterte sich mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges im Jahr 1914 die Lage der Patienten in den Psychiatrischen Anstalten zusehends.

Dann brach im August 1914 der Krieg aus …



Viele der männlichen Mitarbeiter mussten den Militärdienst antreten. So war in der ohnehin überbelegten Einrichtung in Winnental zeitweise nur knapp die Hälfte der Pflegerstellen besetzt. Im Jahre 1918 wurden erstmals sechs Pflegerinnen auf einer Station für männliche Kranke eingesetzt. Es fehlte an allem, insbesondere an Nahrungsmitteln. Die Folge war eine drastisch erhöhte Sterblichkeit unter den Patienten.

In dieser Zeit wurde der Massenmörder Ernst Wagner, dessen Fall großes öffentliches Interesse geweckt hatte, in Winnental aufgenommen. Der paranoische Wagner betonte, der erste Nationalsozialist in Winnental gewesen zu sein.

Nach den Kriegswirren kam es zu weiteren Entwicklungen in der Medizin. Große Erfolge wurden gefeiert mit der Insulin-Schock-Therapie und der Elektrokrampftherapie.