Die Zeit vor der Gründung der Heilanstalt im 1834

Am heutigen Standort des Zentrums entstand bereits im 15. Jahrhundert ein „Komturbau“ des Ordens der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem, kurz Deutscher Ritterorden genannt, der seit 1288 in Winnenden ansässig war. Seine Aufgabe war der Schutz der Jakobs-Pilger, die in der Schlosskirche ankamen.

 

 

 

1665 übernahm Herzog Eberhard III. vom Haus Württemberg die Komturei von dem inzwischen durch erfolglose Kreuzzüge im Osten verarmten geistlichen Ritterorden. Bis ins erste Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts diente das Anwesen als Apanage- und Jagdschloss der ab 1733 regierenden Linie Winnenthal der Herzöge von Württemberg. Das Wappen über dem Torbogen zeigt die rechtlichen Ansprüche aus dieser Zeit.

Das Wappen der Württemberger

Das Wappen der Württemberger

Wappen der Herzöge von Württemberg am Hauptbau (Corps de Logis) des Schlosses

Es zeigt ein vierfach geteiltes Schild:

Oben links:

das Stammwappen der Württemberger 3 schwarze Hirschstangen auf goldenem Grund

Oben rechts:

die schwarz und goldenen Rauten von Teck (Berthold von Neuffen, 1288 n. Chr., Burgherr von Winnenden)

Unten links:

die Reichssturmfahne von Markgröningen

Unten rechts:

die Barben (Fische) der Grafschaft Mömpelgard (linksrheinischen Gebiete des ehemaligen Landes Württemberg) durch Heirat 1397 zwischen Graf Eberhard der Jüngeren und Henriette von MontGaucon erhalten


Umrandung: Die Helme stellen den württembergischen gekrönte Helm mit seinem Jagdhorn, der ungekrönte teckische Helm mit seinem Kleinod, ein Brackenkopf mit rot ausgeschlagener Zunge, mit dem schwarzen und goldenen Wecken überzogen und in der Mitte auf dem Ehrenplatz, ein gekrönter Helm mit dem Mömpelgarder Fischweiblein.

Der Herzog von Württemberg Carl Alexander von Württemberg (re. 1733-1737) verbrachte seine Jugend mit seinen Geschwistern im Schloss Winnental. Er ist der spätere Herzog von Württemberg und Stammvater aller folgenden württembergischen Regenten. Sein Name ist in Erinnerung durch seinen Hausmops, der (der Legende nach) in der Schlacht von Belgrad am 18. August 1717 seinem Herrn verloren ging und später doch wieder in Winnenden auftauchte.

Der Mops von Winnental

Der Mops von Winnental

Inschrift des Mopsdenkmals am Schloss Winnenden

Das steinerne Ehrenmal an den treuen Mops wurde Prinz Carl von den Hofbeamten im Jahr 1733 gesetzt, als dieser den württembergischen Herzogsthron bestieg.

"So darf nach Deinem Tod hier dein Gedechtnus stehen
Mops, ausgehauener Mops! dis macht dein Hunds-Verstand,
Der sich mit smeichelnder Geschicklichkeith verband,
Und den so Herr als Knecht mit vieler Lust gesehen.
Du ruhst nunmero Mops von aller deiner Pein
Wie manchem rauhen Wort, wie manchem Nasenstüber
Mops mußtest du nicht stets hier unterworfen sein;
Doch lehrte dich dein Witz dies in Geduld ertragen
Und weil du Hofmops warst, so dientest du der Zeit
Dein holdes Mäulchen blieb bei seiner Freundlichkeit
Und jede Miene wies, was du nicht konntest sagen.
Nebst allem diesem warst du ungemein getreu
Und was wir Liebs und Guts von Hunden melden können
Mit alle dem warst du o Mops geziert zu nennen.
Dies setzen wir hiemit dir statt der Grabschrift bey
Hat sich dein Hundsgeist längst zum Hundsstern hingeschwungen
So hast du es verdient und bleibest unfertrungen;
Hast du den Cerberum zu deinem Kammeraden
So hüte sich dein Stoltz vor Schimpf, vor Bis und Schaden."

Das Schloss als Garnisonstandort

Im Jahre 1813 wurde das Schloß Winnenden von König Friedrich I. von Württemberg, der zu diesem Zeitpunkt noch mit Napoleon verbündet war, zur Garnison bestimmt.
Nach der Verbindung der einzelnen Geschosse durch Treppen von Gang zu Gang, dem Umbau des Marstalls, der um 34 Plätzen auf 68 erhöht wurde, dem Umbau und Anbau der Gewächshäuser, der Platz für 13 Pferde schaffte  und dem Umbau des gesamten Erdgeschosses für weitere 76 Stellplätze konnte am 03.02.1813 das „Kavallerie-Regiment Nr. 3 Jäger Herzog Louis“ mit 188 Pferden in die Kaserne einziehen.

Um auf die vom Kriegsdepartement in Stuttgart vorliegende Zahl von 227 Pferden zu kommen, müssen noch 75 weitere Pferdeboxen vorhanden gewesen sein, die wohl entweder in Privatställen in der Stadt, oder in einem weiteren Stall auf dem Gelände des Schlosses untergebracht waren.

Nach den Letzten Schlachten im Jahre 1815, nun gegen Napoleon mit hohen Verlusten, wurden die meisten Soldaten bis auf weiteres beurlaubt und einige Reitpferde verkauft. Der Marstall wurde abgerissen und bis zur Errichtung der Irrenanstalt im Jahr 1831 wurde das Schloss als Wohnstätte für den Hofkameralverwalter und den Hofkammerförster, wie auch als Getreidespeicher genutzt. (vgl. Winnenden gestern und heute, Band 10, 2005, verlag regionalkultur, S.91 ff.)

Zum Kaufpreis von 30.000 Gulden ging das Schloss im Jahr 1830 von der württembergischen Hofdomänenverwaltung in das Eigentum der Staatsfinanzverwaltung über.

Drei Jahre später verfügt das Departement des Inneren die Gründung der „Königlichen Heilanstalt Winnenthal“.

Der Herzog von Württemberg Carl Alexander von Württemberg (re. 1733-1737) verbrachte seine Jugend mit seinen Geschwistern im Schloss Winnental. Er ist der spätere Herzog von Württemberg und Stammvater aller folgenden württembergischen Regenten. Sein Name ist in Erinnerung durch seinen Hausmops, der (der Legende nach) in der Schlacht von Belgrad am 18. August 1717 seinem Herrn verloren ging und später doch wieder in Winnenden auftauchte.