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Die Irrenanstalt Zwiefalten

Die Irrenanstalt Zwiefalten war auf lange Zeit die einzige Irrenanstalt in Württemberg. In drei Transporten mit Ochsenkarren und Kutschen wurden im Juni 1812 die 46 Insassen des Ludwigsburger Tollhauses nach Zwiefalten verlegt. Zu Ihrer Betreuung waren in der Anstalt zehn Personen angestellt und einige Sträflinge beschäftigt, die aus dem Zuchthaus Ludwigsburg für die Dauer ihrer Strafzeit nach Zwiefalten abgeordnet wurden.

Die Anstalt Zwiefalten mit ihren ehemaligen Klosterzellen war auf finanziellen Gründen nicht umfassend umgebaut worden. Der Anstaltsarzt wies jahrelang auf diese Mängel hin. Im Unterschied zu Ludwigsburg gab es in Zwiefalten Einzelzellen und nach dem neusten Stand der Psychiatrie, dem sogenannten Authenriethschen System eingerichtet: Hölzerne Palisaden sicherten die Öfen und Fenster vor Brandstiftung, Verletzungen und Zerstörung. Die Möbel waren, entsprechend dem Zustand des Insassen, im Boden verankert oder nur in die Zellen hineingestellt. Die in Ludwigsburg üblichen Ringe für Ketten oder angekettetes Essgeschirr gab es nicht mehr.

Erst 1826 wurden die Räume verändert. Mit dem Baubeschluss eine neu Anstalt für heilbare psychisch Kranke in Winnenden zu bauen  wurde die Modernisierung 1829 unterbrochen. Der Standort Zwiefalten war nun für unheilbar psychiatrisch Kranke zuständig.
Das Psychiatrische Fachkrankenhaus Zwiefalten heute ist ein Krankenhaus mit psychiatrischem und neurologischem Schwerpunkt. Zusätzlich hat es Betten im Bereich Maßregelvollzug.

Psychiatriemuseum

In der Münsterklinik Zwiefalten wurde 2003 das erste Psychiatriemuseum Württembergs eröffnet. Es hat zum Ziel Vorurteile gegenüber dem Tabuthema Psychiatrie abzubauen und offene Fragen zu klären. Neben einer Ausstellung „Psychiatrie-ABC“ finden wechselnde Ausstellungen statt.

Zu sehen sind u.a. Arbeitsgerät, Geschenke, Musikinstrumente, Schilder, Bücher und medizinisches Gerät.
Weitere Informationen unter: www.wuerttembergisches-psychiatriemuseum.de/index.php