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27.01.2019

„Ich klage an" - Euthanasie-Propaganda im nationalsozialistischen Film

Anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2019 lädt das Klinikum Schloß Winnenden zu einer Filmvorführung mit anschließendem Gespräch ein.

Der Film „ICH KLAGE AN" bildete einen Höhepunkt der nationalsozialistischen Euthanasie-Propaganda. Subtil und auf massenwirksame Art sollte er die Ideologie verbreiten, man dürfe und müsse „lebensunwertes Leben“ aus der Gesellschaft eliminieren. Der Film wird am Sonntag, 27. Januar 2019 um 16.00 Uhr im Olympia-Kino Winnenden vorgeführt.

Ökonomische Nützlichkeitserwägungen waren für das NS-Regime die primären Gründe für die „Euthanasie“. Davon betroffen waren insbesondere Menschen mit Behinderung und unheilbar Kranke - so rund 400 Patienten von Winnenden, die 1940/41 in Grafeneck und Hadamar den Krankenmorden zum Opfer fielen - sowie eine nicht feststellbare Anzahl von Patienten, die in der sogenannt dezentralen Euthanasie mittels Medikamenten und Fehl-/Mangelernährung getötet wurden. Im Film „ICH KLAGE AN“ wird das Thema am Beispiel einer unheilbaren Erkrankung abgehandelt und als humane Sterbehilfe getarnt: Ein Medizinprofessor tötet nach langen Gewissenskonflikten seine an Multipler Sklerose erkrankte junge Frau, nachdem er trotz intensiver Forschungsarbeiten kein Heilmittel für sie finden konnte. Der Arzt wird vor Gericht gestellt und sein Fall dort diskutiert. Suggestiv endet der Film ohne Urteilsspruch. Die Zuschauer können von alleine zum Schluss kommen, dass Tötung auf Verlangen Erlösung bedeutet - wobei in einer Nebensequenz bereits die Erweiterung zur Tötung von unheilbar Leidenden überhaupt anklingt.

Der Eintritt ist frei, die Anzahl der Plätze aber begrenzt, eine Anmeldung ist daher erforderlich. Kontakt: Sekretariat der Medizindirektion, Ute Jacob, Tel.: 07195 900-2102 oder per E-Mail: medizindirektion.sekretariat(at)zfp-winnenden.de. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und dem Institut für Kino und Filmkultur e.V. (IKF), beide in Wiesbaden, statt.